1. Semantik
Das semantische Web soll mit maschinenlesbaren Daten, die die Bedeutung der Inhalte beschreiben, umgehen könnten. Hinter die sichtbaren Online-Daten soll also eine zweite unsichtbare Informationsebene treten. Eine semantische Suchmaschine ist demnach ein Werkzeug, welches die Eingabe, oder besser: die Semantik der Frage des Benutzers versteht. Eine solche Suchmasche listet nicht einfach alle relevanten Internet-Seiten zu einem Begriff auf, sondern berechnet und zeigt konkrete Antworten statt ganze Dokumente. Endlich Konkurrenz für Gigant Google?
Experimente, ja sogar Online-Betaversionen gibt es bereit seit längerer Zeit, ein Beispiel dafür ist Powerset . Und tatsächlich liefert sie bereits klare Antworten und eine Zusammenfassung der gefunden Informationen. Dies scheint auch anderen aufgefallen zu sein, Microsoft hat Powerset Spezialisten im vergangenen Sommer übernommen.
Begleitet von einem grossen Medienecho ist vor ein paar Wochen Wolfram|Alpha im Beta-Betrieb online gegangen. Der Webdienst beantwortet konkrete Fragen in Alltagssprache und soll beglaubigte Informationen bergen, die zum Teil tief in Datenbanken schlummern und über das Web gar nicht zugänglich sind. Stellt man Wolfram Alpha die richtigen Fragen (und die Fragen richtig), dann sind die Resultate ausgezeichnet. Und wie Stephen Wolfram, Physiker und Computerwissenschaftler, über seinen neuen Internetdienst sagt :“ Alpha kann auch anhand des Kontextes den Geldbetrag von 50 Cent von dem Rapper 50 Cent zu unterscheiden.“
Gibt der User demnach einen Suchbegriff ein, so kommt anschließend keine ellenlange Linkliste. Stattdessen öffnen sich Grafiken und gezielte Informationen. Stellt man Wolfram Alpha die richtigen Fragen (und die Fragen richtig), dann sind die Resultate ausgezeichnet, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften.
Die Antwortmaschine hat aber noch viel zu lernen. Die ersten Tests zeigen, dass Wolfram|Alpha noch keine grosse Konkurrenz für Google darstellt. Die Resultate sind meist noch zu dürftig und viele Eingaben werden mit der Phrase „Wolfram|Alpha isn’t sure what to do with your input.“ beantwortet.
Nichtsdestotrotz ist die „Antwortmaschine“ recht unterhaltsam, obwohl die Maschine bisher nur Englisch spricht . Fragen Sie doch einmal wo sie sind , nach Informationen zu Ihrer Ernährung , oder nach dem Sinn des Lebens .
2. Soziale Suchmaschinen
Ein weiterer Schritt in der Evolution der Internetsuche sind soziale Suchmaschinen, welche den Communitygedanken, im Web-2.0-Jargon Folksonomy genannt, bei der Suche integrieren. Lycos setzt das mit IQ um, Yahoo! mit Answers und auch mit der Fotoplattform Flickr . In allen Fällen kommen dabei so genannte Tags zum Tragen, von den Nutzern selbst eingespeiste Schlagworte. Eine Software analysiert diese dahingehend, inwiefern sie sich mit Inhalten von Websites decken.
Doch auch hier werden keine Wunder vollbracht, die Suche verläuft sich zu oft im Nirgendwo. Der Grund ist einfach: Analysen bei Google zeigen, dass die Hälfte aller Suchanfragen neu sind, also noch nie vorher gestellt wurden. Und damit kommen, Stand heute, weder soziale noch semantische Suchsysteme klar.
3. Oder Bing?
Vielleicht macht schlussendlich Microsoft den grossen Schritt. Sein neues Suchportal Bing soll Google längerfristig verdrängen und wird denn auch nicht als Suchmaschine, sondern als "Entscheidungsmaschine" bezeichnet. In die neue Suchmaschine hat Microsoft neue Technologien integriert, die die Treffer für Nutzer besser vorsortieren und so zu schnelleren Ergebnissen führen sollen. Übrigens: auch das Wissen von Powerset wird genutzt.